Ein kurzer geschichtlicher Überblick
über Diamanten

Das griechische Wort „adamas“, das so viel bedeutet wie „unbezwingbar“, ist der Ursprung für das moderne Wort Diamant in vielen verschiedenen Sprachen. Diamanten sind eines der härtesten bekannten Materialien und das Älteste auf der Welt, das man besitzen kann. Er besteht aus Kohlenstoff, einem der einfachsten und am weitesten verbreiteten Elemente der Erde und der wichtigste Bestandteil allen Lebens auf unserem Planeten.

Seit Anfang der Zivilisation waren diese wunderschönen Steine Symbole der Macht und sorgten für Reichtum und Ruin von Einzelpersonen und ganzen Königreichen. Es wird gesagt, dass Eros, auch bekannt als Amos, im alten Griechenland Pfeile voller Liebe mit Diamantenspitzen abfeuerte, die alles und jeden durchbohren konnten.

Die ersten Nachweise aus der Geschichte der Diamanten kommen aus Indien. Vor über 3000 Jahren wurde dort der Diamant für seine Lichtreflexion geschätzt und geehrt. Man nutzte ihn als Talisman gegen das Böse in einer Schlacht und er wurde sehr beliebt.

Man glaubt heute, dass Alexander der Große um 327 v.Chr. als erster Diamanten aus dem fernen Osten nach Europa gebracht haben soll. Diamanten tauchen in dieser Zeit als Schmuck und medizinische Hilfsmittel in der antiken Literatur auf. Im frühen Mittelalter schrieb die heilige Hildegard von Bingen, dass ein Diamant in der Hand beim Bekreuzigen Krankheiten und Wunden heilen solle, eine Methode, die vom Papst Clemens III angewandt wurde und am Ende zu seinem Tode führte.

Man begann, sich auf den Sachwert des Diamanten statt auf seine mythischen Kräfte zu besinnen und ab etwa 1074 wuchs die Popularität des Diamanten bei Herrschern und Königen weltweit.

Minenbesitzer verbreiteten üble Mythen über Diamanten, um zu verhindern, dass die Arbeiter die Steine aus der Mine schmuggeln würden, das Herunterschlucken von Diamanten wurde für lange Zeit als Grund für tödliche Vergiftungen angegeben, eine Falschaussage, die dafür sorgen sollte, dass weniger Rohdiamanten gestohlen wurden.

Um 1300 wurde der Diamantschliff in und um Venedig entdeckt, und Händler versuchten, die Steine in schöne und begehrenswerte Objekte zu verwandeln. Um 1375 entwickelte man den „Spitzstein“, und Diamanten wurden immer populärer, bis sie in Kronjuwelen und königlichen Schmuck in ganz Europa verarbeitet wurden.

Im 16. Jahrhundert wurde der Diamant das Symbol für höchsten Reichtum und Wohlstand in Europa. Indien war bis dahin die einzig bekannte Quelle für Diamanten, und auch wenn seither anderswo auf der Welt relativ große Diamantenvorkommen entdeckt wurden, ist Indien weiterhin weltweit führend in der Diamantverarbeitung.

Diamanten wurden im Laufe der Geschichte immer populärer, und sind verflochten mit unseren kulturellen Idealen wie Schönheit, Wohlstand und unserem Interesse an Königshäusern. Sie wurden schon immer als Statussymbol für Reichtum getragen.

1905 wurde der Cullinan-Diamant (auch bekannt als großer Stern von Afrika) von Frederick Wells, dem Produktionsleiter einer Mine in Südafrika gefunden und nach dem Minenbesitzer Sir Thomas Cullinan benannt. Abraham und Joseph Asscher spalteten den riesigen Diamanten, der im Rohzustand 3106 Karat wog, auf Geheiß des britischen Königs Edward VII, nachdem er ihn zu seinem 66. Geburtstag überreicht bekommen hatte.

Ab etwa 1900 ermöglichte die technische Entwicklung die moderne Diamantschleifereien und Diamantschliffe. 1919 veröffentlichte Marcel Tolkowsky eine neue mathematisch-optische Analyse der Brillanz und des Farbenspiels von Diamanten, womit das „Funkeln“ des Steins noch weiter optimiert werden konnte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im östlichen Australien erste Diamanten gefunden, allerdings wurde der Kontinent erst in den 1970er Jahren zu einem der weltweit führenden Produzenten von Diamanten.

1979 fanden Geologen die Argyle Pipe in der Nähe des Argyle Sees im verlassenen Norden von Western Australia – das größte Diamantvorkommen der Welt. Seit dem ist Australien der größte Diamantproduzent der Welt und verzeichnet jährlich über ein Drittel der Diamantfunde weltweit.

In der modernen Diamanttechnologie verwenden computerunterstützte Designprogramme weiterhin die Berechnungen von Marcel Tolkowsky als Basis für alle Brillantschliffe sowie deren Variationen und Standards.

Zeitleiste der Diamanten

vor 3,3 Milliarden Jahren

Fast 200 km unter der Erdoberfläche wurde Kohlenstoff unter extremem Druck und extremer Hitze freigesetzt. Das war der Anfang der Bildung des wertvollsten Rohstoffs auf der Erde: dem Diamanten.

800 BC

Diamanten werden erstmals in Indien abgebaut.

327 BC

Alexander der Große bringt Diamanten nach Europa.

322 BC - 185 BC 

Diamanten werden in Europa als Verzierung von Schmuckstücken verwendet. König Ludwig IX von Frankreich bescheinigt die Rarität von Diamanten und legt ihren hohen Wert fest. Innerhalb von 100 Jahren erschienen Diamanten erst in den Juwelen von Königen und Königinnen, dann auch in der weiteren europäischen Aristokratie.

296 BC

Das Arthashastra, ein antiker Sanskrit-Text, erwähnt einen Diamanten.

1074 AD

Die ungarische Krone ist eines der frühesten Beispiele für Diamantschmuck.

1150

Der Briolette of India, ein legendärer Diamant mit 90 Karat, wird von Eleonore von Aquitanien nach England gebracht.

1214-1300

Die erste Diamantschleiferei wurde wahrscheinlich in Venedig, einer Welthandelsstadt, kurz nach 1330 gegründet.

1375

Der „Spitzstein“ wird entwickelt.

1382

Ein Diamant-Diadem wird für Königin Anne von Böhmen gefertigt

1467

Ludwig van Berquem soll den hellgelben Florentiner Diamant mit 137 Karat für Karl den Kühnen geschliffen haben; die Arbeit soll vom Grafen von Burgund in Auftrag gegeben worden sein.

1477 

Der Erzherzog Maximilian I. von Österreich soll seiner Frau Maria von Burgund als Zeichen ihrer Verlobung mit einem Diamantring einen Heiratsantrag gemacht haben. Dies ist er erste bekannte Verlobungsring. Er wurde am dritten Finger der rechten Hand getragen, um auf einer Vene zu liegen, die direkt zum Herzen führt.

1520

Entstehung des Rosettenschliffs.

1526

Der Agradiamant ist im Besitz von Kaiser Babur, dem ersten Herrschers des Mogulreichs.

1550 

In Antwerpen in Belgien, dem wichtigsten Zentrum des Diamantenhandels zu dieser Zeit, wird die Zunft der Diamantschleifer gegründet.

1570

Der hellgelbe Sancy-Diamant wird in Konstantinopel vom Französischen Botschafter in der Türkei, Nicholas Harlai, dem Seigneur de Sancy, gekauft.

1600 – 1750 

Der Diamant war das Symbol für höchsten Reichtum und Wohlstand in Europa. Indien war das einzige bekannte Herkunftsland der Diamanten, die Entdeckung von Diamanten in Brasilien stand kurz bevor.

1631

Jean Baptiste Tavernier unternahm sechs Reisen nach Indien, wo er einige der weltweit schönsten Diamanten und Edelsteine sah. Tavernier kaufte den Koh-i-Noor und den Hope-Diamant für seinen Schutzherren König Ludwig den XIV von Frankreich. Er schrieb das Buch „Les six voyages de Jean Baptiste Tavernier“, das 1676 in Paris veröffentlicht wurde.

1643

Der Große Condé, ein hellrosa-farbener Stein in Tropfenform, wurde Louis de Bourbon, Prince de Condé, durch König Ludwig den XIII von Frankreich überreicht.

1650s

Kardinal Jules Mazarin, im Amt unter dem französischen König Ludwig XIV, sammelte Diamanten von Katharina der Großen. Ihm werden auch die ersten Diamanten im Brillantschliff zugeschrieben, deren Form Zweifaches Gut oder Mazarin-Schliff genannt wurden.

1664

Der Wittelsbach-Diamant war ein Geschenk des spanischen Königs Philip IV an seine 15-jährige Tochter, der Infanta Margareta Teresa, zu ihrer Verlobung mit Kaiser Leopold I von Österreich im Jahre 1664. Er war von seltener dunkelblauer Färbung.

1669

Der Löffelmacher-Diamant (oder auch Kasikci-Diamant) wurde auf einer Müllkippe bei Egrikapi in Istanbul gefunden.

1681

Dem venezianischen Diamantschleifer Vincent Peruzzi gelingt ein Dreifaches Gut, oder der Peruzzi-Schliff, der die Anzahl der Facetten auf der Oberseite von 17 auf 33 verdoppelt. Diese werden auch als Kissenschliff oder manchmal Pölsterchen bezeichnet.

1691

Der Hortensiendiamant, ein hell-orange-rosafarbener Stein, war Teil der Kronjuwelen des französischen Königs Ludwig XIV.

1701

Der farblose Regent-Diamant wurde von einem Sklaven in der Parteal Mine am Fluss Kistna gefunden.

1726

Der Grüne Dresden, benannt nach der Hauptstadt Sachsens, wurde von Marcus Moses, der den Stein in Indien erwarb, an König Friedrich August I verkauft. Er ist von außergewöhnlicher, grüner Farbe, wiegt fast 41 Karat, hat 58 Facetten mit einem Tropfenschliff.

1760s

Der Orlov-Diamant (auch Orloff) war Teil des Zepters der russischen Zarin Katharina der Großen. Er ist blau-grün getönt.

1762

Der Shah-Diamant, ein Stein von 88,70 Karat, wurde in Golkonda, Indien gefunden. Er war Teil der Zarenkrone von Katharina der Großen, die von einem Juwelier namens Jeremia Posier hergestellt wurde.

1839

Ein großer blauer Diamant, der sogenannte Hope-Diamant („Diamant der Hoffnung“), erscheint im Edelstein-Katalog von Henry Philip Hope.

1850s

Der schwarze Orlov-Diamant wurde von der russischen Prinzessin Nadia Vyegin-Orlov gekauft.

1853

Der „Stern des Südens“ wurde in der Bagagem Diamantmine in Brasilien gefunden.

1860 

Die Entdeckung von Diamanten in der Nähe von Hopetown, südlich von Kimberley in Südafrika, war der Beginn der modernen Diamantenindustrie. In den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in der Nordkap-Provinz einen regelrechten Diamantrausch in den neu entdeckten Minen.

1866

Der Eureka-Diamant wurde aus dem ersten in Südafrika gefundenen Diamanten geschliffen.

1869

Der Stern von Südafrika, ein Stein mit 47,69 Karat in Tropfenform, wurde in Südafrika gefunden.

1880

Der farblose Rhodes-Diamant kam aus einem Feld von Cecil Porter-Rhodes in der Kimberley-Mine.

1889

Die Iranian Yellows – gelbe afrikanische Diamanten, werden von Nasseridin Shah gekauft.

1895

Der Jubilee-Diamant ist ein farbloser Diamant im Kissenschliff aus der Jagersfontein Mine.

1900s

Der 312,24 Karat schwere Spirit of de Grisogono wurde ebenfalls im frühen 20. Jahrhundert gefunden und ist der größte geschliffene schwarze Diamant der Welt.

Der Erzherzog-Joseph-Diamant, ein farbloser Stein im Kissenschliff, wurde nach dem Ungarischen Prinz Erzherzog Joseph August (1872-1962) benannt.

1902

Die Asscher-Brüder aus Holland stellen ihren Schliff, den Asscher-Schliff vor, der bis heute beliebt geblieben ist. Der Cullinan-Diamant (auch bekannt als großer Stern von Afrika) wurde von Frederick Wells, dem Produktionsleiter einer Mine in Südafrika gefunden und nach dem Minenbesitzer Sir Thomas Cullinan benannt, der an diesem Tag die Mine besuchte. Abraham und Joseph Asscher spalteten den riesigen 3.106 Karat schweren Cullinan-Diamanten auf Geheiß des Königs Edward VII im Jahr 1902, und patentierten den Asscher-Schliff.

1905 

Der weltgrößte Diamant in Edelsteinqualität, der Cullinan, wurde in Südafrika gefunden. Ungeschliffen wog er 3025 Karat. Er wurde dem britischen König Edward VII zu seinem 66. Geburtstag überreicht.

1909

Der Blue Heart-Diamant wiegt 30,82 Karat und wurde von Atanik Ekyanan in Neuilly bei Paris geschliffen.

1916

Der Tereschenko-Diamant wurde kurz vor der Russischen Revolution heimlich aus Russland herausgeschafft.

1924

Uncle Sam ist der Spitzname für den größten in den Vereinigten Staaten gefundenen Diamanten, der von W. O. Bassum im Crater of Diamonds State Park in Murfreesboro, Arkansas entdeckt wurde.

1933

Der Diamant La Favorite wurde in Südafrika abgebaut und auf der Weltausstellung in Chicago ausgestellt.

1934

Der Jonker-Diamant wurde von dem damals 62-jährigen Johannes Jacobus Jonker in Südafrika gefunden.

1939 

Die Kriterien für Diamanten werden festgelegt. Die Standards und die 4 Cs (Cut, Colour, Carat and Clarity, also Schliff, Farbe, Karat und Reinheit) werden veröffentlicht.

1941

Der Walska-Diamant, ein 95 Karat schwerer, gelber Briolette-Stein, wurde von der polnischen Opernsängerin Ganna Walska gekauft.

1950

Der Allnatt Fancy Vivid Yellow Diamant mit 101,29 Karat wurde in der Premier Diamond Mine in Südafrika gefunden. Er wurde nach seinem ersten Besitzer Alfred Ernest Allnatt benannt.

1957

Der Nepal-Diamant (auch bekannt als „Ageless Diamant“) wurde von Harry Winston von einem indischen Diamanthändler gekauft.

1958

NDer Nur-Ul-Ain-Diamant war das Herzstück des Hochzeitsdiadems von Kaiserin Farah, der Frau des letzten Schah von Iran, Mohammad Reza Shah Pahlavi.

1968

Der Krupp-Diamant im Asscher-Schliff, ursprünglich benannt nach Vera Krupp von Bohlen und Halbach, wurde von Sotheby‘s an Elizabeth Taylor verkauft.

1980

Der Princess-Schliff wird entwickelt und wird schnell zu einem der beliebtesten Schliffe für Fancy-Diamanten.

1967 - 2000

Botswana wird einer der größten weltweiten Diamant-Produzenten nach Wert. Der Centenary-Diamant, gefunden 1986, wird aus einem 599 Karat schweren Stein geschliffen. Der Rohdiamant wurde in verschiedene Steine geteilt. Der größte trägt den Namen Centenary und ist mit 273 Karat der weltweit größte Diamant mit modernem Schliff, von hochwertigster Farbe und allerhöchster Reinheit (Flawless).

2002

Der Beluga-Diamant (ein Stein mit 41 Karat aus der Golkonda-Region in Indien) wurde von der William Goldberg-Schleiferei aus einem 265,82 Karat schweren Rohdiamanten geschliffen und wiegt 102,23 Karat. Der Ashoka-Schliff wurde von der William Goldberg-Schleiferei entwickelt, und der erste so geschliffene Stein wurde der Ashoka-Diamant genannt.

Die Geschichte der Diamanten wird weiter gehen. Es gab sie seit Beginn der Zivilisation und wird Menschen noch für viele weitere Jahre schmücken. Diamanten sind ein fester Bestandteil von Hochzeiten, Feierlichkeiten, ein Zeichen für Liebe und Wohlstand, ein Teil von Intrigen und Schönheit, und ein Teil des Herzens jeder Frau, die einen an ihrem Finger trägt. Die Herren werden für immer ihre ewige Liebe damit beschwören, und die Liebe wird immer die Brillanz diese Erde erhalten.

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